Es ist wieder eine ganze Weile vergangen, seit dem ich das letzte Mal geschrieben habe. In der Zwischenzeit ist hier so einiges passiert. Seit letzter Woche gibt es einen neuen Präsidenten, die Spritpreise erreichen beinahe die 2 $/Gallon Grenze und es wird richtig kalt…
Ende Oktober hab ich in der Firma an einer Siemens Programmier Schulung teilgenommen. Das gute an dem Kurs war, dass wir eine richtig lockere Truppe waren, die da teilgenommen haben. Der eine ist ein Ex-Soldat und hat keine richtig feste Wohnung. Er wohnt in einem Wohnwagen, ist aber immer gut drauf und lässt einen Witz nachdem anderen los. Einer war von John Deere Construction, die anderen von G&L. Für zwischendurch gab es Soda und Kaffee so viel man wollte und zur Lunch-Zeit hat unser Instruktor immer für das leibliche Wohl gesorgt. Von Kartoffelbrei und Braten bis Wrap waren wir die ganze Woche bestens versorgt.
Außerdem hab ich in dieser Woche Shane kennen gelernt. Shane ist ein Azubi im 1,5 ten Jahr. Seit dem bin ich abends ab und zu bei ihm zum X-Box 360 spielen.
Seit Anfang November bin ich jede Woche woanders. So mache ich Schritt für Schritt sämtliche Abteilungen durch. Letzte Woche war ich z.B. im Mashine Shop. Von Wärmebehandlung bis hin zum Zahnrad schneiden war eigentlich alles dabei. Die eine Maschine stellt Zahnräder von ca. 20cm Durchmesser her, die andere Maschine hat die Größe eines Hauses und wäre in der Lage einen SUV mit Anhänger zu bearbeiten.
Die Leute mit denen ich jeden Tag zu tun habe sind echt alle sehr nett. Alle sind bereit mir ausgiebig zu erklären, was wann passiert, obwohl die meisten im Stress sind und eigentlich wenig Zeit haben. Ein Mitarbeiter hat echt üble Arbeitszeiten. Er arbeitet 7 Tage die Woche 12 Stunden am Tag und das schon die letzten 6 Monate.
In Summe bin ich bisher sehr zufrieden mit meinem Praktikum hier in Fond du Lac, bei Gindings und Lewis und freue mich schon auf die nächste Woche.
Nun noch ein bisschen was zu meinen Freizeit Aktivitäten am Wochenende.
An einem Oktober Wochenende war ich in Appleton. Das ist eine Studentenstadt am Nordende des Lake Winnebago. Dort kenne ich ein paar Studenten, welche ich über meine Firma kennen gelernt habe. Charlotte und Spencer haben mich freundlich empfangen und mir dann als erstes ihre Uni gezeigt. Amerikaner sind Stolz auf das was sie gerade machen, und wo sie gerade sind, deswegen wurde mir jedes Gebäude gezeigt. Charlotte war ein Jahr lang in Paris und Spencer war ein Jahr lang in Freiburg. Somit war es relativ leicht sich mit den beiden über Europa zu unterhalten, was nicht bei jedem Amerikaner der Fall ist. Die beiden wohnen in einem Wohnheim der Lawrence University. Den Nachmittag haben wir dann damit verbracht im Wohnheim sämtliche Freunde von Spencer und Charlotte zu besuchen. Abends sind wir dann ein wenig in Downtown durch die Bars gezogen. In allem war das echt ein schöner Besuch. Die meisten sind wirklich sehr nett und aufgeschlossen. Und alle haben gemeint ich bin gerne wieder mal eingeladen.
Am Halloween Wochenende war ich eigentlich von meinem Mitbewohner Bo nach Chicago eingeladen. Er mir seine Adresse gegeben und hat ausgiebig erzählt, wie Halloween ablaufen wird. Kurz vor Freitag hab ich dann aber eine Voicemail erhalten, dass er leider absagen muss. Etwas verärgert war ich nun also an Halloween alleine. Nichtsdestotrotz hab ich mir dann die Laune nicht verderben lassen, hab mir ne Pumkin (Kürbis) Maske gekauft und bin in 2 Bars hier in Downtown Fond du Lac gegangen. Anders als sonst war richtig was los und alle super drauf. Normalerweise ist hier abends recht wenig los und die Bars relativ leer. Aber an diesem Abend ging echt richtig Party. Die meisten hatten sich richtig Mühe gegeben mit Ganzkörper Kostümen, teilweise selber gebastelt und teilweise gekaufte. Als um Mitternacht dann das beste Kostüm gesucht wurde war ich mit meiner Pumkin Maske natürlich nicht dabei. Es war aber dennoch ein lustiger Abend.
Am Samstag bin ich dann nach Chicago zu Eddy und Andy gefahren. Mittags haben wir uns das Field Museum angeschaut und abends dann ein bisschen in meinen Geburtstag reingefeiert.
Wieder zurück in Fond du Lac hab ich dann noch richtig Geburtstag mit Betty gefeiert. Auf dem Küchentisch lagen Geschenke und ein Geburtstagskuchen. Und als ich in mein Zimmer kam lag auf meinem Bett Post aus Deutschland und es hingen „Happy Birthday“ Luftballons im Zimmer. Das war alles wirklich eine sehr schöne Überraschung zu mal ich mit nichts gerechnet habe. Nach amerikanischer Sitte hab ich dann ein Stück von dem Kuchen gegessen, wobei ich beim Essen nichts sagen durfte, da sonst meine Wünsche, die ich mir beim Ausblasen der Kerzen gewünscht habe, nicht in Erfüllung gehen. Abends hat mich Betty dann noch in ein wirklich gutes Steakhouse zum Essen eingeladen. Voll zufrieden ging das Wochenende dann auch schon zu ende.
Am 4ten November war also Election Day (Wahltag) in den USA. An einer viel befahrenen Kreuzung haben sich schon morgens 2 kleinere Gruppen versammelt. Auf der einen Straßenseite standen die Obama Anhänger und auf der anderen Straßenseite die McCain Anhänger. Den ganzen Tag lang haben die ordentlich Werbung gemacht. Außer ein paar Kommentaren war es in der Firma relativ ruhig. Abends hab ich dann mit Betty ferngesehen. Anfangs war das echt alles sehr spannend. Betty war bei jeder Auszählung eines neuen Bundesstaates ganz aufgeregt. Um kurz vor 10 Uhr pm meiner Zeit war es dann also klar, dass Obama gewonnen hatte und im Fernsehen kamen die Bilder von jubelnden Menschen und sogar bei mir hier sind vereinzelt ein paar hupende Autos rum gefahren. Die meisten Amerikaner sind erleichtert nach dieser Wahl, zu mal die ganze Werbe-Kampagne nun endlich vorbei ist.
Letztes Wochenende war ich dann mal wieder in Chicago. Wir hatten uns die Woche zuvor einen City Pass gekauft, der uns erlaubt 5 Museen und den Sears Tower zu besuchen. Davon waren also noch 2 Museen und der Sears Tower übrig, welche wir am Samstag und am Sonntag also besichtigt haben. Übernachtet haben wir in einem Hostel in der Nähe des Lincoln Park. Das Hostel war von den Bars und Clubs in Chicago super zu erreichen. Abends sind wir also durch die Bars gezogen und morgens ging es wieder weiter mit Kultur.
Letzten Freitag war ich nun auch mal in Madison. Bisher hab ich von allen immer nur gehört wie toll es da so ist. Madison ist die Hauptstadt von Wisconsin und hat ein Capitol wie Washington D.C. Nur ist das von Madison ein bisschen kleiner. Shane, der Azubi, wohnt in der Nähe von Madison und hat mich mitgenommen, und hat mir ein bisschen seine Gegend gezeigt. Dort waren wir in Downtown, im Red Lobster und im neuen 007 Film. Red Lobster ist ein Seafood Restaurant und das Essen schmeckt echt richtig gut. Außerdem waren wir in einer recht großen Mall (Einkaufszentrum) wo ich mich mit ein paar Kleidungsstücken von amerikanischen Marken eingedeckt habe.
Für das nächste Mal verspreche ich euch öfters und dafür nicht so viel zu schreiben ;-)
Bis dahin macht’s gut!
Viele Grüße
Bastian
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