Es wird Zeit, dass ich mal wieder ein bisschen Berichte, was ich hier in Amerika so alles erlebe und erlebt habe.
Hier in Fond du Lac wird es nun langsam richtig Herbst. Morgens ist es schon teilweise richtig kalt und die Bäume an den Alleen, von denen es hier jede Menge gibt werden gelb und fallen ab. Wir haben einen richtigen Indian Summer :-)
Den Amis merkt man irgendwie an, dass sie erleichtert sind, dass der Sprit wieder etwas billiger geworden ist. So habe ich diese Woche für knapp unter 3$ pro Gallone getankt.
Der Wahlkampf ist in vollem Gange. Jetzt sind es noch 17 Tage bis zur Wahl und diese Woche war das letzte TV Duell zwischen Obama und McCain. Im Fernsehen kommt auf den politischen Sendern fast nichts anderes als Analysen und Meinungen zu den Wahlen. Auf der Straße dagegen bekommt man eher wenig mit. Manche haben Aufkleber auf dem Auto oder sich Schilder in den Vorgarten gestellt, auf denen sie ihren Favorit zeigen. Dass, wie bei uns riesige Plakate aufgestellt und sämtliche Straßenlaternen voll gehängt sind ist nicht der Fall.
In der Firma gibt es nicht mehr so vieles Neues zu sehen und so verbringe ich die meiste Zeit an meinem Schreibtisch. Vor zwei Wochen war ich noch damit beschäftigt das CAD Programm zu lernen. Doch dann hab ich meine erste richtige Aufgabe bekommen. Ich darf technische Zeichnungen vom Englischen ins Deutsche übersetzen. Diese Zeichnungen sind für einen Kunden aus Deutschland, im Saarland. Da das nicht immer ganz leicht ist, dieses Fachenglisch in Fachdeutsch zu übersetzen bekomme ich kräftig Unterstützung von Hans, einem Deutschen, der schon länger hier in Amerika lebt und arbeitet. Hans erzählt mir auch oft alles Wissenswertes zu den Maschinen, aber auch zu allem Möglichen hier in den USA.
Den Abend zu Hause verbringe ich öfters mit Betty. Wenn ich sie z.B. was zum Reisen frage, bekomme ich immer reichlich Auskunft und meistens auch ein Prospekt oder eine Karte dazu. Außerdem gibt sie mir immer Tipps, wo man gut essen gehen kann, oder welche Sachen sehenswert sind. Als Gegenleistung konnte ich ihr neulich mit DVD-Player- und Fernseh-Problemen helfen. Ansonsten ist es hier im Haus diese Woche recht ruhig gewesen, da der eine Mitbewohner gar nicht da war und der andere immer sehr spät gekommen ist.
Noch ein bisschen was zu meinen Wochenenden… Am ersten Oktober Wochenende war ich in West Lafayette. Zur Erinnerung, das ist die Stadt, in der ich ab Januar studiere. Das eigentliche Ziel war ein schönes Wochenende mit Freunden und Football zu verbringen. So hab ich mich am Freitagabend nach der Arbeit auf den Weg nach Süden gemacht. Über Milwaukee und Chicago fand ich den Weg recht schnell nach Indiana. Nach ca. 5,5 Stunden fahrt war ich dann in West Lafayette. Übernachtet habe ich bei einem deutschen Kommilitonen (Sebastian Schi.), der in einem Wohnheim wohnt. Mein Auto hab ich dann direkt vor der Tür auf dem nächsten Parkplatz abgestellt. Als ich am nächsten Morgen wieder aus dem Haus bin war mein Auto aber weg. Ein bisschen schockiert bin ich dann um das Haus gelaufen und hab angefangen zu suchen. Schnell ist mir aufgefallen, dass überall Schilder rum stehen, auf denen steht, dass Parken nur mit Erlaubnis, also einem Parkausweis erlaubt ist. Da ich so einen Ausweis nicht hatte wurde ich abgeschleppt. Den ganzen Morgen hab ich nun damit verbracht heraus zu finden wo das Auto nun ist. Nach dem Footballspiel ging ich dann mit Sebastian zum Abschleppdienst. Alles natürlich mit dem Bus und zu Fuß, was schon alles etwas dauert. Der Mann vom Abschleppdienst war etwas unfreundlich und wollte eine sehr hohe Summe in Bar. Letztlich war ich aber doch froh als ich mein Auto wieder hatte. Das Footballspiel war von der Stimmung her und allem drum herum super, auch wenn Purdue verloren hat. Dennoch war es schön mal wieder ein paar bekannte Gesichter zu sehen.
Am Wochenende des 11./12. Oktober war ich in Chicago bei Andy und Eddy. Chicago liegt für amerikanische Verhältnisse ganz in meiner Nähe, also nur 2,5 h Autofahren. Am Samstag waren wir also in Chicago Downtown unterwegs. Nicht mit dem Auto sondern mit der Metra sind wir in die Innenstadt gefahren und haben uns auf den Weg zur Bohne gemacht. Das ist ein verspiegeltes, kugelartiges Gebilde am Rande des Millennium Parks. Von dort aus ging es durch die Michigan Av, eine Straße mit sehr vielen Geschäften zum John Hancock Tower. Dort oben haben wir uns dann etwas verweilt und erstmal die Aussicht genossen. Abends ging es dann zu einem Country Festival und danach in die Disco. Sonntags waren wir am Navy Pier und noch mal an der Bohne. Nach diesem schönen erlebnisreichen Wochenende bin ich dann wieder heimgefahren.
Dieses Wochenende nutze ich wieder dazu mehr die Gegend von Wisconsin zu erforschen und ein bisschen zu shoppen. Mehr dazu beim nächsten Mal.
Bis dahin, macht’s gut!
Viele Grüße
Bastian
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